Die Dualität

Inhalt:

Die Dualität - Trennung als Grundlage der Individualität

Im Abschnitt "Gott" haben Sie erfahren, dass jeder Mensch, jedes Lebewesen, jede Ausdrucksform ein Teil Gottes ist. Alles ist EINS mit Gott, und dennoch scheinbar getrennt von IHM. Warum ist dies so?

Sie können sich vorstellen, dass es, wenn alles miteinander verbunden ist und sich auch dessen bewusst ist, unmöglich ist, so etwas wie eine Individualität zu erleben und zu erfahren. Solange man sich der Einheit bewusst ist, kann man sich nicht als ein Lebewesen erleben, dass eine individuelle, von den anderen Lebewesen getrennte Erfahrung macht. Aus diesem Grund teilte sich Gott nicht nur, um sich selbst zu erfahren, sondern er erschuf die Dualität. Dualität heißt soviel wie "Zweiteilung". Um also etwas erfahren zu können, ein Urteil fällen zu können, ist es nötig, einen von dem zu beurteilenden abweichenden oder getrennten Standpunkt einnehmen zu können. Man kann nicht wissen, was "hell" ist, wenn es nicht auch das "dunkel" gibt, was "Licht" ist ohne die "Dunkelheit", den "Schatten". Dabei kann das Eine nicht ohne das Andere sein, nichts kann bewertet werden, ohne dass vorher eine Werteskala als Vergleichsmöglichkeit erstellt wird.

Das zweite, was zur individuellen Erfahrung, zur Erfahrung der Trennung gehört, ist unser physischer Körper. Wir erfahren uns durch den uns umgebenden Körper als räumlich getrennt von den übrigen Lebewesen und Dingen, die uns umgeben. Also haben wir auch hier das Gefühl, dass keine Verbindung existiert.

Das dritte, was diese Erfahrung verstärkt ist der Faktor Zeit. Durch die Zeit wird die Wirkung unserer Taten von den diesen zugrunde liegenden Gedanken getrennt. So ist uns z.B. nicht bewusst, das finanzielle Probleme im Erwachsenenalter mit einem Mangelgefühl zusammenhängen können, dass uns in unserer Kindheit von unseren Eltern vermittelt wurde, indem sie uns nur dann Zuwendung gaben, wenn wir ihre Erwartungen erfüllten, d.h. Liebe nicht als unbegrenztes Gut erfahren konnten.

Einen Standpunkt einnehmen zu müssen, um etwas beurteilen zu können ist auch der Grund dafür, dass wir die Erfahrung von Gut und Böse machen müssen.

Ich schließe diesen Abschnitt ab mit einem Zitat aus dem wunderbaren Buch "Gespräche mit Gott" von Neale Donald Walsch:

Es war einmal eine Seele, die sich als das Licht erkannte. Es war eine sehr neue Seele und deshalb auf Erfahrung erpicht. "Ich bin das Licht", sagte sie. "Ich bin das Licht." Doch all dieses Wissen und Aussprechen konnte die Erfahrung davon nicht ersetzen. Und in dem Reich, aus dem die Seele auftauchte, gab es nichts außer dem Licht. Jede Seele war großartig, jede Seele war herrlich, und jede Seele erstrahlte im Glanz meines ehrfurchtgebietenden Lichts - von dem sie ein Teil war - konnte sie sich selbst nicht sehen und auch nicht erfahren, wer-und-was-sie-wirklich-ist.

Nun geschah es, dass diese Seele sich danach sehnte und verzehrte, sich selbst kennenzulernen. Und so groß war ihr Verlangen, dass ich eines Tages zu ihr sagte: "Weisst du, Kleines, was du tun musst, um dein Verlangen zu befriedigen?" "Oh, was denn, Gott? Was? Ich werde alles tun!", sagte die kleine Seele.

"Du musst dich vom Rest von uns trennen", gab ich zur Antwort, "und dann musst du für dich die Finsternis herbeibeschwören."

"Was ist Finsternis, o Heiligkeit?", fragte die kleine Seele.

"Das, was du nicht bist", erwiederte ich, und die Seele verstand. Und so entfernte sie sich von Allem und machte sich sogar in ein anderes Reich auf. Und in diesem Reich hatte die Seele die Macht, sämtliche mögliche Formen von Finsternis in ihre Erfahrung zu rufen. Und das tat sie auch.

Doch inmitten all der Finsternis rief sie aus:" Vater, Vater, warum hast du mich verlassen?" So wie ihr das auch in euren dunkelsten Zeiten getan habt. Doch ich habe euch nie verlassen, sondern euch immer zur Seite gestanden, bereit, euch daran zu erinnern, wer-ihr-wirklich-seid; bereit, immer bereit, euch nach Hause zu rufen. Seid deshalb der Finsternis ein Licht und verflucht sie nicht. Und vergesst nicht, wer-ihr-seid in dem Moment, in dem ihr von dem umschlossen seid, was ihr nicht seid. Und preist die Schöpfung, auch wenn ihr danach trachtet, sie zu verändern. ("Gespräche mit Gott, Band 1, S. 63-64)

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Gut und Böse - Gibt es einen Widersacher Gottes?

Um es vorweg zu nehmen: Es gibt keinen Widersacher Gottes! Dies können Sie auch unmittelbar einsehen, sofern Sie den Abschnitt "Gott" gelesen haben und mit der dort vermittelten Darstellung übereinstimmen. Dort haben Sie erfahren, dass nichts außerhalb Gott existiert, denn Gott ist ALLES-WAS-IST und ALLES-WAS-NICHT-IST. Da bleibt also kein Platz für den Teufel oder sonst einen Widersacher Gottes. Aber wie sieht es mit Gut und Böse aus? Ja, das existiert - aber nur in unserer ganz speziellen physischen Erfahrung, in der Realität, in der wir die scheinbare Trennung von Gott erleben. Und hier auch nur deshalb, weil wir in dieser Erfahrung angefangen haben, alles einzuteilen und zu klassifizieren. Gut und Böse sind also Konzepte, die durch uns Menschen selbst geschaffen wurden. Diese Konzepte sind durchaus praktisch, um bestimmte Dinge in der Gesellschaft zu regeln, die sonst zu einem Chaos führen würden aufgrund des mangelnden Bewusstseins dessen, dass wir alle verbunden sind und jeder Schaden, den wir den anderen zufügen uns selbst trifft. Vergleichen Sie aber nun die Gesetzgebung in den unterschiedlichen Kulturen und Religionen, dann sehen Sie bereits, dass die Einteilung von Gut und Böse durchaus nicht gleich ist, sondern im Gegenteil je nach Kultur und Gesellschaft extrem voneinander abweicht. Ist es z.B. in christlich dominierten Gesellschaften für den Mann undenkbar, mehrere Frauen zu haben (Ehebruch als Todsünde), so ist dies in der islamischen Gesellschaft völlig in Ordnung.

Was Gut und Böse ist, wird also im Wesentlichen durch den kulturellen Hintergrund einer Gesellschaft bestimmt. Natürlich gibt es da auch noch ein ethisches Gefühl in uns, das wir als "Gewissen" bezeichnen, und das uns in unserem Herzen sagt, was richtig und was falsch ist. Aber auch dieses wird durch unseren gesellschaftlichen und kulturellen Hinertgrund beeinflusst, ist also nicht absolut.

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Himmel, Hölle und das Jüngste Gericht

Nach meinen vorherigen Ausführungen ist Ihnen deutlich geworden, dass es so etwas wie einen Himmel und eine Hölle, die getrennt von Gott ist nicht geben kann. Ja, es gibt sie, aber nicht als Belohnung oder Bestrafung für irgend etwas, das wir in eirgend einem Leben getan haben sondern als Konzept und Erfahrung, die wir uns selber aussuchen. Im Himmel sind wir, wenn wir uns im Zustand der Bedingungslosen, Allumfassenden Göttlichen Liebe befinden, wenn wir alles annehmen, EINS sind mit GOTT in unserem Bewusstsein, in allem, was wir glauben, denken und tun. Daraus ergibt sich die tatsächliche Möglichkeit, den Himmel auf die Erde zu bringen, wenn die gesamte Menschheit sich an ihren Göttlichen Ursprung erinnert hat und in Einklang mit der Göttlichen Vollkommenheit lebt, das heißt jeden Gedanken und jede Handlung so ausrichtet, dass es dem Höchsten Wohl aller Lebensformen und der Schöpfung dient. Und in der Hölle befinden wir uns, wenn wir unseren Göttlichen Ursprung vollkommen vergessen und in der Illusion der absoluten Trennung leben, wenn wir uns für das Opferdasein entscheiden und jegliche Verantwortung für unser Leben ablehnen, wenn wir die Wirkungsweise der Universellen Gesetze leugnen und ignorieren.

Wir werden auch nicht von Gott verurteilt, denn wie sollte uns Gott dafür verurteilen, dass wir gemäß SEINES WILLENS uns selbst erfahren in allen Facetten, in allen Möglichkeiten. Jedoch haben wir eine Rückschau über unser Leben, in der wir uns und unsere Handlungen und Entscheidungen selbst beurteilen, in der wir mit unserem Gefühl in das Erleben der Menschen hineingehen, dessen Leben wir bereichert oder geschädigt haben. Wir werden uns dadurch daüber bewusst, welche Entscheidungen wir nochmals treffen würden und welche Entscheidungen wir verändern würden, wenn wir dieses Leben wiederholen würden. Wir entscheiden danach mit unserer Seelenfamilie und unseren Geistigen Helfern, wie unser nächstes Leben aussehen wird, welche Umstände es haben wird und welchen Menschen wir erneut begegnen werden, um diesmal bessere Entscheidungen zu treffen, mehr aus der Liebe heraus zu handeln. Dies ist das einzige Gericht, was es geben wird. Denn sonst müsste Gott sich selbst verurteilen.

Zum Abschluß möchte ich nochmals aus dem Buch "Gespräche mit Gott" zitieren:

Was ist die Hölle?

Sie ist die Erfahrung des schlimmstmöglichen Resultats eurer gewählten Optionen, Entscheidungen und Schöpfungen. Sie ist die natürliche Konsequenz eines jeden Gedankens, der mich leugnet oder "nein" sagt zu dem, wer-ihr-seid in Beziehung zu mir.

Sie ist der Schmerz, den ihr durch falsches Denken erleidet. Doch selbst der Begriff "falsches Denken" ist missverständlich, weil es in diesem Sinn nichts gibt, was falsch ist.

Die Hölle ist das Gegenteil von Freude. Sie ist Unerfüllt-Sein. Sie ist das Wissen über wer-und-was-du-bist und das Scheitern, dies zu erfahren. Sie ist weniger, geringer sein. Das ist die Hölle, und für eure Seele gibt es keine schlimmere.

Aber die Hölle existiert nicht an jenem Ort, den ihr euch phantasiert habt, wo ihr einem ewigen Feuer ausgesetzt seid und in einem Zustand immerwährender Qual und Folter dahinsiecht. Was sollte ich damit bezwecken?

Warum sollte ich, selbst wenn ich den außerordentlich ungöttlichen Gedanken hege, dass ihr den Himmel nicht "verdient", das Bedürfnis nach einer Art Rache oder Bestrafung haben, wenn ihr scheitert? Wäre es nicht ganz einfach für mich, mich eurer zu entledigen? Welcher rachsüchtige Teil von mir sollte fordern, dass ich euch einem ewigen, unbeschreiblichen Leiden unterwerfe?

Würde nicht, wenn du darauf "das Bedürfnis nach Gerechtigkeit" antworten solltest, eine einfache Verweigerung der Kommunikation mit mir im Himmel dem Zweck der Gerechtigkeit dienen? Ist denn da auch noch das Hinzufügen unendlicher Pein erforderlich?

Ich sage euch, eine solche Erfahrung nach dem Tod, wie sie eure auf Angst gegründeten Theologen konstruiert habe, gibt es nicht. ("Gespräche mit Gott - Band 1", S. 72-73)

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Literaturempfehlungen

“Gespräche mit Gott - Band 1”

Ein ungewöhnlicher Dialog

Neale Donald Walsch,

Goldmann-Arkana, ISBN 3442217864

Neale Donald Walsch war in einer schwierigen Lebensphase, als er anfing, seine "Lebensfragen" niederzuschreiben. Doch plötzlich und unerwartet bekam er die Antworten "diktiert". Gott meldete sich aus seinem Inneren zu Wort, und es entstand dieser wunderbare Dialog, der Antworten auf die brennensten Fragen des Lebens bereit hält.

“Gespräche mit Gott - Band 2”

Gesellschaft und Bewusstseinswandel

Neale Donald Walsch,

Goldmann-Arkana, ISBN 3442218381

Der Dialog wird fortgesetzt. Gott gibt hierin Antworten auf Fragen zum Thema Gesellschaft und Bewusstsein. Er betrachtet die Beziehungen des Menschen zu seinen Mitmenschen, zur Umwelt und zum Planeten Erde.

“Gespräche mit Gott - Band 3”

Kosmische Weisheit

Neale Donald Walsch,

Goldmann-Arkana, ISBN 3442218519

Im dritten Band fasst Gott die beiden ersten Bände zusammen und hebt die Weisheiten und Botschaften auf den spirituellen Bereich. Wir sind alle EINS. Es gibt keinen Mangel, es gibt nichts, was wir tun müssen. Wir brauchen nur nach unserem Herzen zu leben, vom TUN zum SEIN zu kommen.

"Ein Kurs in Wundern"

Helen Schucman, Wiliam Thetford

Greuthof-Verlag, ISBN 3-923662-18-1

(erhältlich direkt beim Verlag)

Ein außergewöhnliches Werk. Es entstand, als Dr. Helen Schucman, Psychologin an der medizinischen Fakultät der Columbia-Universität in New York nach einem Streit mit ihrem Kollegen, Dr. Wiliam Thetford über alternative Wege, liebevoll miteinander umzugehen plötzlich eine Stimme hörte, die sich als Jesus Christus zu erkennen gab und ihr diesen Kurs diktierte.

Er besagt: "Damit Du Frieden hast, lehre Frieden, um ihn zu lernen". Die einfache aber unglaublich schöne Essenz:

Nichts Wirkliches kann bedroht werden.

Nichts Unwirkliches existiert.

Hierin liegt der Friede GOTTES.

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